“Fionas Erbe” – Bilder von John Crisp im einRaum5-7

“Fionas Erbe” – Bilder von John Crisp im einRaum5-7

Eigentlich wollte Fiona nur ein Bild als Erinnerung an ihre Großeltern behalten. “Alle oder keins”, sagte daraufhin die englische Verwandtschaft. Da hat Fiona halt alle genommen, alle Bilder im Nachlass ihres 1983 verstorben Großvaters, die er in seiner Heimat Newcastle gemalt hat. Warum die Verwandtschaft nicht wollte? Man weiß es nicht. An der künstlerischen Qualität seiner Werke liegt es wahrscheinlich nicht, John Crisp war Dozent am Newcastle College of Art und der jetzigen Newcastle University, der “John Crisp Memorial Painting Prize” erinnert bis heute an ihn. Vielleicht lag es eher am Platzbedarf für seine großformatigen Bilder: Zwei Kubikmeter Kunst standen eines Tages in einer großen Kiste vor Fionas Haustür in Braunschweig – so viel, dass sich einige Freunde von Fiona neuerdings über einen echten “Crisp” als Dauerleihgabe in den eigenen vier Wänden freuen dürfen. Der Großteil von Crisps künstlerischem Erbe befindet sich aber zurzeit für jedermann zugänglich im Handelsweg.

Was zeichnet die Malerei von John Crisp aus? “Es gibt die beiden Schaffensphasen vor und nach dem zweiten Weltkrieg”, erklärt Enkelin Fiona. “Die Werke der Vorkriegsphase sind eher dunkel, düster und von der Küste Englands, seiner Heimat, geprägt. Nach dem Krieg wird es dann allerdings sehr geometrisch, grafisch strukturiert und bunt.”

Dieser empfehlenswerte Kurztrip an die Küste Englands und in die Künstlerwelt von John Crisp sollte bis zum 1. August unternommen werden, dann endet die Ausstellung “Have a bonfire, after I died – Fionas Erbe”.

Text: Jan Engelken
Fotos: Stephen Dietl

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