Spreadmusic e.V.: Für mehr Musik in der Löwenstadt

Spreadmusic e.V.: Für mehr Musik in der Löwenstadt

Rob Moir spielt seine Konzerte eigentlich in Wohnzimmern. In Wohnzimmern von Menschen, die seine Musik mögen und die ihm ein Bett für eine Nacht und ein Essen spendieren. Am vergangenen Donnerstag aber stand Rob in einem Partykeller in einem Braunschweiger WG-Haus. Eingeladen haben ihn die Mitglieder von spreadmusic e. V. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Braunschweiger Musikkultur zu stärken. Ein Anfang war das exklusive Wohnzimmerkonzert, dem die Mitglieder von spreadmusic und eingeladene Freunde lauschen durften und das auch Herrn Rodemann, ein regionaler Singer/Songwriter, die Möglichkeit bot, sich dem Braunschweiger Publikum vorzustellen. Ein Konzertbericht.

spreadmusic_Gruppe

Vereinsfoto mit Künstler: Oliver Schulz, Rob Moir, Ruben Knoll, Andreas Rodemann, Alexander Wulf, Kristina Scholz, Philipp Stenzel und Maria Pöttering (v.l.n.r.).

Unter den rund 30 Gästen vom spreadmusic e. V. geht der Kanadier Rob Moir fast ein wenig unter – bis er zur Gitarre greift und zu singen beginnt. Unbeschreiblich, wie die Stimme eines kleinen Mannes einen Raum verändern kann. Mit gepflegtem Dreitagebart und Holzfällerhemd verkörpert er gleichzeitig einen prototypischen Kanadier und umherziehenden Singer/Songwriter. Rob Moir entschuldigt sich erst einmal bei seinen Zuhörern, er sei bis einen Tag vor dem Konzert krank gewesen und wisse nicht, ob die Stimme das Konzert durchhalten werde. Wird sie, das sei verraten, und zwar mit einer Kraft, die selbst die anwesenden Musiker im Publikum beeindruckt. Rund 45 Minuten steht er zwischen den Gästen im Keller, singt und erzählt Geschichten von seinen Reisen. Der Begriff Folk-Punk beschreibt den Stil des Kanadiers treffend, wenn er von Heimat, Liebe und Reisen singt, begleitet nur von einer Gitarre. Melodiös, einfach, ehrlich und mit einer kleinen Prise Rotzigkeit, die das Publikum mittanzen lässt.

Rob_Moir_sw_quer

Am Ende des Konzertabends hat man das Gefühl, Rob ist ein guter alter Bekannter, den man lange Zeit nicht gesehen hat. Rob Moir tourt seit 2011 durch die Welt, vor allem durch Europa und Nordamerika. Er hat viel erlebt, viel gesehen und mit der Zeit ein Gespür für die Geschichten entwickelt, die er in den Wohnzimmern der Republik zum Besten gibt. So weiß er, dass es eine kleine Fehde zwischen Braunschweig und Hannover gibt und setzt sie geschickt ein: In Hannover habe man ihm erzählt, in Braunschweig könne man nicht feiern, aber er sei da ganz anderer Meinung. Dass das Braunschweiger Publikum diese Unterstellung nicht auf sich sitzen lassen kann, ist klar und endet in großem Gejohle. Rob erzählt noch von der Frau, die er in Wien getroffen und der er ein Lied gewidmet hat, von der schlimmsten Art des Hangovers, die er kennt („The Fear“) und davon, dass er nur in Deutschland schnarchen würde. Ganz sicher läge das an dem guten Bier, denn weil das viel besser schmecke als in seiner Heimat, müsse er viel mehr davon trinken. Begeistert prostet ihm das Publikum zu.

Bevor Rob Moir zur Gitarre griff, war Herr Rodemann Mittelpunkt des Geschehens. Herr Rodemann ist das Solo-Projekt des Sängers von Rodemann and the Klaeffs. Die Braunschweiger Band tourt schon seit einiger Zeit durch die Lande. Trotzdem sind sie dankbar für jede Möglichkeit, bei der sie auch in der Region spielen können. Deshalb ist die Band auch bei spreadmusic e. V. aktiv. Der Akustik-Punkrock von Herr Rodemann passte perfekt zum Folk-Punk von Rob Moir und so bot es sich an, dass er den Abend als regionaler Support eröffnete.

Andreas_Rodemann_quer

Die nächste Veranstaltung des spreadmusic e. V. ist die Album-Release-Party von Bastian Minari. Der Braunschweiger Rapper stellt am 11. April 2015 um 20.00 Uhr im B58 sein neues Album „Gestern oder Morgen“ vor. Unterstützt wird er dabei von zahlreichen Musikern der Region.

Text: Maria Pöttering

Fotos: Das rote Tuch