Hidden in Braunschweig: Einmal selbst James Bond sein

Hidden in Braunschweig: Einmal selbst James Bond sein

Bei Nacht und Nebel in die Reichsbank einbrechen, einen berüchtigten Ganoven dingfest machen, den dritten Weltkrieg verhindern – das junge Team von Hidden in Braunschweig macht das Erleben filmreifer Abenteuer in seinen Spielräumen für jedermann möglich. Auf einer exklusiven Erlebnisführung für Mitglieder des Arbeitsausschuss Tourismus Braunschweig stellte der Neuzugang des Vereins sein spannendes “Live Escape Game” vor.

Bei einem “Live Escape Game” wird man mit bis zu sechs Spielern in einem Raum eingeschlossen und hat anschließend 60 Minuten Zeit, eine übergeordnete Aufgabe zu lösen und zu entkommen. So ist man zu Beginn beispielsweise mit Handschellen an jeweils einem Arm an die Wand gekettet. Man lässt die Blicke schweifen und entdeckt in einigen Metern Entfernung an der gegenüberliegenden Wand die Schlüssel. Doch wie an sie rankommen? Aufmerksam durchsucht man alle Einrichtungsgegenstände in Reichweite. In einem nahegelegenen Geigenkasten findet man schließlich eine Teleskopstange, in der Schublade einer kleinen Kommode einen Bindfaden und einen Draht, der sich als Haken umfunktionieren ließe…

029

Doch das ist nur der Auftakt zu einer Reihe spannender Rätsel in der folgenden Stunde, die jede Menge Gehirnschmalz und Teamplay erfordern. Dabei steht man unter ständiger Kamerabeobachtung durch einen professionellen Spielleiter, der flexibel ins Spielgeschehen eingreifen kann und in spielerischen Sackgassen über Lautsprecher oder Monitore nützliche Hinweise gibt. Vier liebevoll und verblüffend originalgetreu dekorierte Spielräume und somit vier verschiedene Szenarien bietet Hidden in Braunschweig im Gebäude der ehemaligen Reichsbank am Bruchtorwall: In “Moonraker – Streng geheim” gilt es, in bester James-Bond-Manier einen Atomraketenstart im Kalten Krieg zu verhindern. “Reichsbank – Die Verschwörung” bietet Film-Noir-Atmosphäre bei der Jagd nach einem Goldschatz. Sherlock Holmes hätte seine Freude bei der Suche nach Beweisen zur Überführung des berüchtigten Dr. Danger in “Warehouse – Der Unterschlupf”. Und der Titel “Prison Break – Kein Entkommen” spricht für sich.

005Es ist die Übertragung von Computerspielen in die reale Welt: “Man löst Buchstaben- und Zahlenrätsel, knackt Schlösser, setzt Mechanismen in Gang, öffnet Türen. Es kommt zwar aus der Computerspiele-Welt, spricht aber nicht nur Nerds an, sondern ist etwas für jedermann: im Rahmen teambildender Maßnahmen, für Kindergeburtstage, Abteilungsausflüge oder Familien-Events”, beschreibt Fridolin Muuß, einer der vier Geschäftsführer von Hidden in Braunschweig, Konzept und Faszination des etwas anderen Gesellschaftsspiels.

Zwar haben er und seine Freunde das “Live Escape Game” nicht erfunden – es kommt, wie so oft, aus den Vereinigten Staaten –, doch bei der Art und Weise der Umsetzung setzt “Hidden” noch mal eins drauf: “Wir haben beruflich alle einen technischen Hintergrund, von daher sind unsere Räume deutlich komplexer und multimedialer ausgestattet, als es beim klassischen Escape Game der Fall ist. Man hat bei uns viel mehr Interaktionsmöglichkeiten abseits der üblichen Zahlenrätsel”, erklärt Muuß. In seiner Hamburger Heimat betreiben seine Geschwister bereits zwei Standorte. Der Erfolg war so groß, dass Muuß das Konzept im vergangenen Jahr nach Braunschweig holte. Inzwischen denken er und seine Kollegen gar über ein bundesweites Franchise der Marke “Hidden” nach.

Da die Anzahl gleichzeitiger Spieler begrenzt ist, bietet Hidden in Braunschweig bei größeren Teilnehmergruppen die Möglichkeit zur Aufteilung: Während die eine Hälfte spielt, wird die andere außerhalb der Räumlichkeiten unterhalten. So wurde die ATB-Gruppe von Stadtführer Thomas Baumgarten auf eine Sightseeing-Tour der etwas anderen Art durch das Braunschweiger “Kultviertel” rund um die Friedrich-Wilhelm-Straße genommen. Gleichermaßen unterhaltsam wie informativ führte er durch das ehemalige Bahnhofs- und Nobel- und heutige Szene- und Rotlicht-Viertel. Denn wer wusste schon, dass das klobige Gebäude am Kalenwall, das heute drei Szene-Clubs beheimatet, ursprünglich mal ein Luftschutzbunker war? Und die Dampflokomotive das iPhone des 19. Jahrhunderts?

078

“Wir bieten an, mit einem Kooperationspartner die Gruppen jeweils abwechselnd zu bedienen. Das können Stadtführungen sein aber auch Oker- oder Segway-Touren. Dabei fragen wir zuvor die Interessen der Kunden ab und können so ein maßgeschneidertes Gesamtpaket anbieten”, verrät Muuß. Und da ist auch der Anknüpfungspunkt an den Arbeitsausschuss Tourismus Braunschweig: “Wir erhoffen uns über den Verein natürlich gute Kontakte und Weiterempfehlungen; dass man Touristen oder Messegästen beispielsweise über die Hotels ein Braunschweig-bezogenes Spiel inklusive Stadtführung anbieten kann.” Ein überaus begrüßenswerter Neuzugang für Stadt und Verein also, bei dem sich bereits jetzt fruchtbare Wechselwirkungen abzeichnen.

Text und Fotos: Stephen Dietl

flattr this!

Hinterlasse einen Kommentar