Lauschig unter roten Wimpeln: 10 Tage Konzerte und mehr im Theaterpark
Feiern unter Wimpelketten im Festivalzentrum.

Lauschig unter roten Wimpeln: 10 Tage Konzerte und mehr im Theaterpark

Hinter dem etwas spröden Label „Festivalzentrum“ verbirgt sich – leider nur alle zwei Jahre – ein Klassiker der Braunschweiger Ausgehkultur. Dieses Jahr bevölkern Acts wie Erdmöbel, Automat, Jacques Palminger und Erobique die Bühne im Werkstatthof des Staatstheaters. Der Eintritt ist frei. Außerdem wird Fußball, gutes Essen und feine Kunst geboten. Dem Festival Theaterformen sei Dank.

Festival-Logos weisen den Weg.

Festival-Logos weisen den Weg.

Eigentlich geht es natürlich um internationales Theater beim jährlich zwischen Braunschweig und Hannover pendelnden Festival „Theaterformen„. Aber dass Nebensachen mitunter auch sehr schön sind, zeigt immer wieder das Rahmenprogramm im Theaterformen-Festivalzentrum. Zur Zeit und bis zum 22. Juni findet dieses auf dem Werkstattgelände des Staatstheaters statt, am Okerufer zwischen Theater und Fallersleber Straße. Auf den Asphalt gesprühte Festival-Logos weisen den Weg.

Carsten „Erobique“ Meyer

Carsten „Erobique“ Meyer

Höhepunkte des Rahmenprogramms sind die abendlichen Open Air Konzerte. Dieses Jahr sind mehrere Bands aus dem Umfeld des bekannten Hamburger Indiepop-Labels „Tapete Records“ mit von der Partie. Außer Die Höchste Eisenbahn, die am Mittwoch den Auftakt machten, gehören hierzu die Wahlkölner von Erdmöbel (Sa. 14.6., 22 Uhr) und Automat aus Berlin mit Industrial-geschulter Tanzmusik (So. 15.6., 21 Uhr). Am Mo. 16.6. präsentieren David Kosel und Timo Lehne ihren Liederabend „Fick dich ins Knie, Melancholie„. Außerdem treten auf: Jacques Palminger & 440 Hz Trio feat. Lydia (Mi. 18.6., 21.30 Uhr), der amerikanische Countrymusiker Howe Gelb (Fr. 20.6., 22 Uhr) und zuletzt die Hamburger Groove-Bestie Carsten „Erobique“ Meyer (Sa. 21.6., 23 Uhr). Außerdem werden auf der Bühnenleinwand ausgewählte Spiele der Fifa-Weltmeisterschaft in Brasilien gezeigt.

Mats Staub plakatiert "Zehn wichtigste Ereignisse".

Mats Staub plakatiert „Zehn wichtigste Ereignisse“.

Das Abendprogramm sollte jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass bereits tagsüber ein Besuch im Festivalzentrum lohnt. Dies liegt vor allem an Mats Staubs Ausstellung „Zehn wichtigste Ereignisse meines Lebens“. Für sein online zugängliches „Erinnerungsbüro“ sammelt der Schweizer Künstler wichtige Ereignisse aus den Biografien ganz normaler Menschen. Das Ziel ist, mindestens 5.000 Personen zu fragen, was in ihrem Leben wichtig war und ist. Jeder ist aufgerufen, mitzumachen und – anonym versteht sich – den kurzen Fragbogen auszufüllen. So entstehen knappe und zugleich hochkondensierte Kurzbiografien, die zum Nachdenken und, wie der Initiator hofft, zur Teilnahme anregen. Im klassizistischen Gartenhaus Haeckel, dem grün umrankten Herzen des Festivalzentrums, werden täglich von 14 bis 20 Uhr Auszüge aus Staubs Online-Archiv in Plakatform präsentiert.

Ebenfalls im Gartenhaus finden an den Samstagen 14. und 21. Juni die „Festivalfrühstücke“ statt. Die Startzeit ist mit 12 Uhr für ein Frühstück relativ moderat gewählt. Hier ist Gelegenheit, bei Kaffee und erfahrungsgemäß hochwertig bestücktem Büffet gemeinsam mit den Künstlern und Veranstaltern die gezeigten Produktionen Revue zu passieren, zu diskutieren und eigene Fragen zu stellen. Für das leibliche Wohl im Festivalzentrum sorgen dieses Jahr die Profi-Caterer „Cooking Brothers“ aus Dessau. Zu fairen Preisen gibt es täglich wechselnde, frisch zubereitete Gerichte. Die einzige Konstante: die frische Thüringer Rostbratwurst vom Grill. Die Stände sind täglich ab 12 Uhr mittags und dann durchgehend bis spät abends geöffnet.

Weitere Details zum Festival und zum Rahmenprogramm gibt es unter www.theaterformen.de

Text: Andreas Eberhard

Fotos: Andreas Etter (Wimpelketten im Festivalzentrum), Andreas Eberhard (Logos im Theaterpark), Yvonne Schmedemann (Carsten „Erobique“ Meyer), Joerg Baumann (Mats Staub)

Hinterlasse einen Kommentar