Neujahrsempfang im Haus der Kulturen

Neujahrsempfang im Haus der Kulturen

Wenn das Haus der Kulturen Braunschweig zum Neujahrsempfang lädt, platzt der Nordbahnhof aus allen Nähten. Dann treffen sich Politikprominenz und Braunschweiger Bürger aller Kulturkreise und dann wird es traditionell eng im Empfangssaal. Und so war am vergangenen Freitag selbst das Foyer des Hauses bis auf den letzten (Steh-)platz gefüllt.

Kulturelle Grenzen zu überwinden ist eines der Kernanliegen der Braunschweiger Integrations- und Bildungseinrichtung. Ganz in diesem Sinne baute das musikalische Programm eine Brücke zwischen Europa und Asien: Das Kinder- und Jugendorchester “Antalya Violin Orchestra” unter Leitung von Dr. Mohammed Raouf eröffnete die Veranstaltung.

Vor dem lockeren Teil des Abends bei Speisen aus aller Welt standen schwierige Themen auf dem Programm: Flüchtlingspolitik, Gewalt gegen Ausländer und islamistischer Terror waren die Stichworte.

Doris Schröder-Köpf betonte in ihrer Festrede die erheblichen Anstrengungen, die das Land Niedersachsen zur Integration der Einwanderer unternimmt. Gleichzeitig kritisierte die niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe das Fehlen eines Einwanderungsgesetzes als Grundlage gemeinsamen politischen Handelns: “Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um Einwanderer zu Leistungsträgern und nicht zu Leistungsempfängern in Deutschland zu machen”. Integration und Teilhabe seien unumgänglich, “Rassismus und Diskriminierung haben keinen Platz in der Gesellschaft”, stellte Schröder-Köpf klar und lobte das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer, der Kommunen in Niedersachsen und von Einrichtungen wie dem Haus der Kulturen Braunschweig.

Auch Bürgermeisterin Cornelia Rohse-Paul dankte in ihrem Grußwort dem Haus der Kulturen Braunschweig e.V. für seine Arbeit. Das Haus der Kulturen fördere den beständigen interkulturellen Dialog in Braunschweig und habe erfolgreiche Maßnahmen für Vielfalt entwickelt. Auch deshalb könnten sich Neuzugewanderte in Braunschweig zu Hause fühlen: “Braunschweig nennt sich zu Recht internationale Stadt”.

Der gleichen Meinung war Ishak Demirbag, Vorsitzender des Haus der Kulturen Braunschweig e.V. Braunschweig sei eine Stadt der Vielfalt und das Haus der richtige Ort, dieses Versprechen mit Leben zu füllen und die faire Integration von Einwanderern voranzutreiben. Gleichzeitig müsse man die demokratischen Werte mit rechtstaatlichen Mitteln konsequent gegen Extremismus und religiösen Terror verteidigen, so Demirbag.

Nach einem Ausblick auf das Jahresprogramm mit Cristina Antonelli-Ngameni vom Haus der Kulturen e.V. konnten die Besucher beim anschließenden Get-together auf kulinarische Weltreise gehen. Die Speisen wurden von der hausinternen Gruppe “Weltgeschmack” zubereitet, die Band “Pretty Cashanga” spielte afrikanisch inspirierte Popmusik.

Text: Jan Engelken
Fotos: Stephen Dietl, Foto 10: Jan Engelken

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